PRESSE - Auszüge

«long life» (2021)

"Die Produktion dekliniert das Leben selbst. (…) Spannend wird der Ansatz durch die beiden Protagonistinnen, die 1986 geborene Cat Jimenez und die 1947 geborene Myrtó Dimitriádou. (…) Besonders geprägt und zur Geschlossenheit gerundet wird – einmal mehr – eine Produktion durch die Musik von Thierry Zaboitzeff." (Heidemarie Klabacher, DrehPunktKultur, 28.06.2021)


"In der Premiere faszinierte unter anderem, wie sich die schauspielerische Virtuosität der einstigen Toihaus-Prinzipalin Myrtó Dimitriádou mit der elastischen Körpersprache von Cat Jimenez trifft, wie jede aus ihre Art und beide doch miteinander tanzen."


"Editta Braun lässt in ihrem Stück „long life“ viel Raum (…) für Interpretation, für Fantasie und zur Kreation eigener Geschichten. (…) Sie verbindet die Existenzen zweier Frauen über Kreuzungen, an denen sich Schicksale überschneiden und danach gleich wieder trennen. (…) Der Baum als immer wieder aufgegriffene Metapher für Zeitlosigkeit und generationenübergreifender Orientierungspunkt symbolisiert ebendiese Schnittstellen zwischen Alt und Jung, zwischen den beiden Frauen im Besonderen und dem Fluss des Lebens im Allgemeinen.“ (...) „Einmal mehr ist Editta Braun ein höchst eigen- und selbstständiges Werk gelungen. (…) Man kann ihr für das unentdeckte." („Der weiße Raum“, mw, Kunstbox-Nachlese auf https://www.kunstbox.at)



«Hydráos» (2020)

"Körperillusionstheater nennt Editta Braun ihr neuestes Stück "Hydráos", zu Gast im Emailwerk Seekirchen gleich am Anfang des Kulturjahres 2020 als erster Höhepunkt dessen. Fünfzig Minuten lang bevölkern fantastische Wesen den gesamten Publikumsraum des Emailwerks, in kühles Grün und Blau getaucht, kriechend, liegend, stehend, tanzend, gehend, sie bilden abenteuerliche Figuren mit den eigenen Körpern. Es ist befremdlich, fantastisch und stellenweise unheimlich. Doch die Furcht weicht der Neugierde, was die nächste Figur darstellen könnte, lässt Frau und Mann eintauchen in eine beglückende Aneinanderreihung von ästhetischen Momenten, erstaunt lauschend den meisterhaften Klängen, geschaffen von Thierry Zaboitzeff, dem es gelingt, die Farben Grün und Blau auf eine Weise zu vertonen, dass man nicht genug davon kriegen kann. Den drei Tänzerinnen Anna Maria Müller, Martyna Lorenc, Sonia Borkowicz gelingt das schier Unmögliche. Sie entmenschlichen ihre Figur so sehr, dass man am Ende überrascht ist, dass echte Frauenkörper in den schillernden Kostümen stecken. Alles in allem: ein weiterer Meilenstein in der so besonderen Laufbahn der Editta Braun.

Niemand hat die Tanzszene in Salzburg so hartnäckig geprägt wie Editta Braun. Ihre unglaubliche Hartnäckigkeit, gepaart mit einer sehr persönlichen Ästhetik ist nur ihr anheim. Editta Brauns Stücke sind inhaltlich immer bedeutsam und am Puls der Zeit, sie thematisiert die gesellschaftlichen Abgründe genauso wie Eigenschaften, die uns Menschen überhaupt zum Menschen machen: Liebe, Angst, Eifersucht, Einsamkeit, Glück und Sehnsucht und vieles mehr. Schön bewegte Körper in schönen Bildern sind nicht ihr Ding. Das genügt Editta Braun schon lange nicht mehr. Sie ist eine, die Geschichten erzählen kann mit Körpern und Bewegungen, es gelingt ihr manchmal sogar mit Nicht-Bewegungen. Eine große Frau, die prägend für die Tanz-Szene in Salzburg war und ist. Eine wahrhaft große (Körper-)Illusionistin." (Leo Fellinger in Kunstbox Nachlese, 19. 1.2020)



«Layaz» (2019)

Die Kritik würdigte das Thema der Suche nach der wahren Identität, "das nicht nur die Tänzerin, Cat Jimenez, persönlich betrifft, sondern viele Menschen, ob sie ihr Geburtsland, ihren Kulturraum, freiwillig oder gezwungen, aus Not oder Abenteuerlust verlassen haben.“ Aber auch das ästhetische Wagnis, sich auf Neuland „zwischen dem freien, zeitgenössischen Tanz und den Regeln des Urban Dance - Battle oder Ballett“ zu begeben, wird geschätzt: „Spannend, wie in der gemeinsam von Tänzerin Cat Jimenez und Choreografin Editta Braun entwickelten Performance, die Bewegungssprachen einander ablösen. Spannend, wie sich aus dem stilisiertem Bild der von Konvention unterdrückten ein Bild der selbstbewussten modernen Frau wird.

Eine kleine – nur fünfzigminütige – aber feine Arbeit, die Editta Braun zum Dreißiger ihrer Company in der Szene Salzburg sich selbst und dem Publikum geschenkt hat."

(Heidemarie Klabacher, DrehPunktKultur, 1.10.2019)



30 Jahre editta braun company (2019)

"Wandlungsfähig und sich dennoch treu bleibend, hat sie Trends gesetzt, lange bevor der Rest der Freien Tanzwelt in den Zug gestiegen ist. Das Publikum, lokal, national und international, weiß das zu schätzen."

(Ditta Rudle in tanzschrift.at, 1.10.2019)



«trails», 2018

"Die Salzburger Choreografin konfrontiert den Besucher mit Zuständen, denen die vermutlich unfreiwillig Reisenden dauernd ausgesetzt sind. Nur Sekunden des Wartens und der Ungewissheit — genug, um im Besucher eine beträchtliche Unruhe auszulösen. Handelt es sich um Flucht? Gut möglich. Grundsätzlich die Frage: Helfen Menschen einander? (…) Vier junge, sehr interessante Tänzer: Paula Dominici, Kamil Mrozowski, Jerca Roznik Novak und Ornilia Ubisse. Erschöpfte Körper, es schlummern Angst, Erinnerungen, Hoffnungen in ihnen. Unvermittelt bricht der Bann, von Verzweiflung bis kurz aufschäumender Lebensfreude. Bezwingende Bilder Geyrhalters, eine Höhle, oben schimmert ein Rechteck weißen Himmels. Die Freiheit, die Gefahr, eine Tänzerin stürmt los, die drei anderen fangen ihren Sprung auf.(…) Kein leichthin konsumierbarer, ein guter und notwendig verstörender Auftakt mit Tanztage-Labor“. (Christian Pichler, Oberösterreichisches Volksblatt)

"Die Atmosphäre, untermalt von Thierry Zaboitzeffs melancholischen Klängen, ist beklemmend. Wie schwarze Schatten wandeln die Tänzer vor dem weißen Meer einer Winterlandschaft. Doch in jenen Momenten, in denen sie sich einander zuwenden, einander berühren, heben und tragen, sich ein Paar im Walzertakt dreht, setzt Tauwetter ein, tropft Wasser. Es ist eine von expressiven Bildern getragene, symbolträchtige Performance, deren Sog sich allmählich entfaltet und die dem Zuseher mitunter Geduld abverlangt, ihn die Verlorenheit und Orientierungslosigkeit auch selbst spüren lässt. Wo kein Weg ans Ziel mehr führt, scheint das Mitgefühl letzter Ausweg zu sein. Fazit: Eine bildgewaltige, bedächtige Performance über eine Reise durch ein Nichts, die vom Wert der Menschlichkeit und des Zusammenhalts erzählt." (Karin Schütze, OÖ Nachrichten)


«LoSt», 2016

Verloren im Kreislauf der Liebe

"(...) LoSt legt die Anatomie einer klassischen Zweierbeziehung auf ebenso humorvolle wie ehrliche Weise offen. Von der ersten tollpatschigen Annäherung über die bis zur Besinnungslosigkeit hemmungslose Anfangsphase bis zu den Machtkämpfen, um persönliche Freiheiten zurückzugewinnen. Dante Murillo gibt den charmanten Eroberer, von dem sich Iris Heitzinger nur allzu gerne aus ihrer selbstgewählten Isolation locken lässt. Die gemeinsamen Tänze sprühen dabei vor lustvoller Kreativität. So winden und schmiegen sich die beiden ineinander, aneinander und umeinander und verschmelzen etwa in einer surrealen Entkleidungsszene zu einem seltsam monströsen Wesen. Explizites wird nur implizit angedeutet, umso lauter knistert die Erotik zum Soundtrack von Thierry Zaboitzeff. Der hält sich mit süffigen Melodien zurück und setzt lieber auf pulsierende Rhythmen. Und wenn dann doch einmal „Ti Amo“ aus den Boxen schnulzt, sind die Störgeräusche stets nur wenige Takte entfernt."

(Christoph Pichler in Drehpunkt Kultur, 20.10.16)


Die Liebe in Zeiten der digitalen Cholera

"(...) Was bleibt, ist die vorsichtig formulierte Sehnsucht nach Zweisamkeit. Als Eisbrecher funktioniert der altbewährte Humor - herrlich musikalisch überzeichnet von Thierry Zaboitzeff. Braun bleibt mit dieser Arbeit nahe am Atem zeitgenössischer Verstörung. Nahtlos und und unterhaltsam verwebt sie alte mit neuen Beziehungsmustern. Großartig das Zusammenspiel von Iris Heitzinger und Dante Murillo."

(Verena Schweiger in Salzburger Nachrichten, 21.10.16)


«CLOSE UP», 2015


„Die Körperformen, die 70 Minuten lang von diesen vier Tänzerinnen – gemeinsam mit dem Lichtdesigner Peter Thalhamer – erschaffen werden, sind außergewöhnlich; Thierry Zaboitzeffs Musik ist so aufregend wie Gokcims Performance. Und wie die besten Arbeiten beim Manipulate Festival, so stellt auch Close Up tief gehende Fragen über die vertrauten Formen, die uns umgeben, und darüber, wie leicht deren Wahrnehmung aufgebrochen werden kann ...“ (The Scotsman, 06.02.2016)


«derzeit wohnhaft in», 2013

"... Es war eine eine unvergessliche, brilliante Vorstellung, sowohl was das choreographische Konzept als auch die tänzerische Umsetzung betrifft - ich möchte es nochmals sehen ..."

Effie Caloutsis, Begründerin und Mentorin zeitgenössischen Tanzes auf Kreta


25 Jahre ebcie, 2014

27 abendfüllende Produktionen, 14 Kurzstücke, sechs Filme, vierhundert Performances in dreißig Ländern: Die editta braun company ist zentraler Bestandteil der Tanz-, Tanztheater- und Performance-Szene Österreichs und eine ihrer wichtigsten Vertreterinnen auf internationalen Podien (...)

(Heidemarie Klabacher, DrehPunkt Kultur)


«planet LUVOS», 2012

"Die tänzerisch-technisch grandiosen Verwicklungen von Körpern, Armen und Beinen lassen nicht nur über die Beweglichkeit der Performerinnen und die Erfindungs- und Vorstellungskraft der Choreografin Editta Braun staunen ... Wenn dann Arme und Hände nach vorne kommen, wild herumfuchteln und an den Pobacken salutieren, ist das ... schlicht und einfach urkomisch. Diese seltsamen Geschöpfe gehen auf ironische Distanz zu sich selber. Brillant! Wenn das doch auch der Gattung Mensch im Allgemeinen und der Untergattung Zeitgenössischer Choreografie im Besonderen öfter eignete!"

Drehpunkt Kultur, 22. Oktober 2012