«Matches of Time»
Unser Planet dreht sich schneller und schneller, der Eigenrhythmus technischer Apparate ist zum Zeitkorsett geworden. Individuen scheinen hoffnungslos überfordert, mutiert zu Untergebenen technologischer Abläufe. Choreographie, Bewegungsrecherche und Komposition von Matches of Time fragen nach Beschleunigung, Entschleunigung, Eigentempo, Eigenrhythmus und nach Rhythmen und Tempi der Anderen – vielleicht sogar nach impliziten Disziplinierungsparametern im Sinne von Herrschaftsabsicherung.
"Matches of Time" zeigt Bewegungsbilder, die sich mit unterschiedlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten von Zeit befassen.
«Matches of Time» entstand 2006 in Salzburg.
Darsteller: Radek Hewelt, Barbara Motschiunik,
Anna Maria Müller, Rebecca Murgi, Editta Braun
Choreografie: Rebecca Murgi, Editta Braun
Komposition: Thierry Zaboitzeff
Lichtdesign: Thomas Hinterberger
"Ich selbst hatte den Eindruck, dass diese Bühnen-Gesellschaft froh war, dass sie so etwas wie den Zeitdruck hat. Diese erwartungshungrigen Spielteilnehmer des Alltags waren ja geradezu verliebt in die Auflagen und Vorgaben, die ihnen (vorgeblich) die Zeit zu machen schien. Aber gäbe es keine Zeit, die Gesellschaft würde sie erfinden. WAS täte man ohne Deadlines, Wecker-Klingeln und Putzfrauen, die immer dort kehren, wo man eigentlich was anderes zu tun hat (ich habe schon an diversen Büro-Tanztheatern nach 17 Uhr teilgenommen, einschließl. des scheinheiligen Die-Füße-Hebens, weil die Raumpflegerin ja genau die 3 cm Boden putzen muss, wo man sitzt, sie macht ja ihre Arbeit korrekt und brav). Die Gesellschaft insgesamt als glückliches Haustier, dessen Tagesablauf durch die Uhr in beruhigende Ordnungen gepresst wird. Die Uhrzeit als (Gesichts-)Maske des zwanzigsten Jahrhunderts. Ganz zuletzt die Bemerkung, dass Zeit MEHR als Uhrzeit ist, aber, das wusste man wohl auch so - oder eben doch erst immer in dem Moment, wo man an haarsträubenden Abenteuern wie dem Tod vorbei- oder auf ihn zugeht."
Joey Wimplinger, internet.
"Auf humorvolle, augenzwinkernde, witzige Art agiert das vierköpfige, kraftvolle, ausdrucksstarke und auch schaupielerisch begabte Ensemble - verstärkt durch Studentinnen der Linzer Bruckner-Uni - auf der Bühne. Komponist Thierry Zaboitzeff hat, ausgehend vom monotonen Ticken einer Uhr, satte Klangteppiche gewoben. Eine straffe und klar umgesetzte Erzählung über das Leben, das viel zu schnell dahinrast. Und - eine schöne Metapher dieser Produktion - das Alter (mit Maske und zittrigem Körper) ist ständig präsent und schneller da, als wir das glauben (wollen)"
Oberösterreichische Nachrichten, März 2007
last update
nov 2011

















